Portable Koffer QRO

Portable-Funkkoffer mit einem ICOM IC-7000, PACTOR-Controller, 25 Ah LiFePo-Akku, eingebauter Antennentuner.
Portable - outdoor - 100 Watt! - und Notfunktauglich

Danke an OM Karl, OE3KYS, vom Notfunkreferat des LV Niederösterreich im ÖVSV, der mich auf die Idee gebracht hat!

An dieser Seite wird noch gearbeitet !

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Der Funkkoffer enthält einen ICOM IC-7000,

einen PACTOR-Controller PTC-IIIusb,

einen Automatik-Antennentuner LDG Z-100plus,
einen LiFePo-Akku mit 25 Ah,
einen externen Lautsprecher (in der Frontplatte des Funkkoffers) für gute Verständlichkeit,
eine N-Buchse für die UKW-Antenne und zwei PL-Buchsen für die KW-Antenne.

Weiters eine 4-polige Buchse für die Steuerung eines externen ICOM-Antennentuners bzw. eines Tuners mit ICOM-kompatibler Fernsteuermöglichkeit.

Eine Morsetaste lässt sich an der Frontplatte anstecken. Ebenso ein Kopfhörer, ein Tischmikrofon mit rundem ICOM-Mikrofonstecker, sowie eine PTT-Fusstaste mit 6,3 mm Klinkenstecker. Damit habe ich beim Funken beide Hände frei. Die Fusstaste stammt aus dem Musikinstrumentehandel und ist für Keyboards gedacht.

Der USB-Anschluss und der serielle Eingang des PACTOR-Controllers für die automatisierte Aussendung von NMEA-Positionsdaten sind ebenfalls an der Frontplatte zugänglich. Dazu kann hier ein GPS-Empfänger mit seriellem Datenausgang angeschlossen werden.

PACTOR ist die sicherste Datenübertragungsmethode auf der Kurzwelle und unbedingte Anforderung und Standard für den Notfunkbetrieb.

Der Koffer wiegt ca. 12 kg und ist damit gut mit einer Hand tragbar. Dafür habe ich die Portable Funkkiste QRO wieder zerlegt, weil diese zu unhandlich war.

Der kräftige Akku (Lithium-Eisen-Phosphat, 25 Ah) liefert problemlos die 22 A Spitzenstrom, die der IC-7000 bei 100 W Sendeleistung benötigt. Die Spannung bleibt dabei stets über 12,5 V. Eine Autobatterie mit 60 Ah, voll geladen, allerdings nicht mehr ganz neu, hat sich bei meinen Versuchen als unbrauchbar erwiesen! Bei den Stromspitzen beim Senden sank die Klemmenspannung kurzfristig unter 10,5V, und da schaltet der IC-7000 wegen Unterspannung gnadenlos ab.

Mit dem LiFePo-Akku ist mit einer Ladung max. eine Stunde Sendebetrieb mit 100 Watt bzw. stundenlanger Empfangsbetrieb mit entsprechend kürzerer Sendezeit möglich. Der IC-7000 verbraucht beim Empfang beachtliche 1,6 A, bietet dafür aber hervorragende Empfangseigenschaften für ein so kleines Gerät sowie ZF-DSP und Filter mit vielen Einstellmöglichkeiten.

Der Automatik-Antennentuner LDG Z-100plus kann wahlweise mit einer Taste am Mikrofon aktiviert werden, oder man drückt zur Abstimmung auf die Taste am Z-100plus, wobei das Funkgerät automatisch einen Träger mit geringer Leistung sendet. Beide Geräte sind mit einem Steuerkabel miteinander verbunden und können so miteinander kommunizieren.

Bei Verwendung eines externen Antennentuners kann der zweite Antennenanschluss benützt werden, indem man im Inneren des Koffers ein Kabel umsteckt. Damit wird der KW-Antennenanschluss des IC-7000 direkt an die Frontplatte geführt.

So kann man die Verluste des Tuners vermeiden, wenn man eine Antenne hat, die auch ohne Tuner ein gutes SWR hat, oder man kann einen externen Tuner direkt an der Antenne betreiben.

Das Steuerkabel vom IC-7000 zum eingebauten Tuner kann ebenfalls im Inneren des Koffers umgesteckt werden, so dass es auch an der Frontplatte zugänglich ist für den Anschluss eines anderen Tuners, z.B. eines ICOM AH-4 für (fast) beliebige Drahtantennen.

Ebenfalls ist eine Erdungsklemme an der Frontplatte.

Und hier sind einige Bauanleitungen für eine NVIS-Antenne, die für den Notfunkverkehr gut geeignet und sehr einfach herzustellen ist.

Montage der Geräte im Koffer

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Angefangen hab ich mit der Herstellung eines Rahmens aus Alu-L-Profilen 15 x 15 x 1,5 mm, der genau in den Koffer passt. Siehe Fotos.

Die Geräte sind mit weiteren Alu-L-Profilen 15 x 15 x 1,5 mm im Rahmen angeschraubt. Die Frontplatte ist ein Zuschnitt aus 1,5 mm Alublech, der genau in den Koffer passt.

Hier kommt keine Auflistung der genauen Masse, weil diese vom verwendeten Koffer abhängen. Meiner stammt vom Bauhaus.

Die Handgriffe hab ich nicht wie üblich links und rechts montiert, weil dort kein Platz mehr war. Deshalb sind die Handgriffe links oben und rechts unten angeschraubt.

Die unteren Ecken des Einbaurahmens hab ich mit einer Schleifmaschine abgerundet, damit der Rahmen genau in den Koffer passt. In den Innenkanten der Ecken des Koffers ist nämlich Klebstoff. Den wollte ich wegen der Festigkeit nicht abschleifen.

Antennentuner, KW-Antenne

Funkgerät und Antennentuner (LDG Z-100plus) sowie Antennentuner und KW-Antennenbuchse sind mit Aircell 7 Kabel miteinander verbunden. Auch zur Steuerung des Tuners vom Funkgerät aus existiert eine Kabelverbindung.

Will man einen anderen Tuner anschliessen, z.B. direkt bei der KW-Antenne, und den eingebauten Tuner nicht verwenden, so kann man an der Rückseite des IC-7000 das Kabel zum LDG Z-100plus lösen und stattdessen ein zweites Kabel anschliessen, das zur "Direkt"-Buchse führt.

Der Anschluss des Steuerkabels für den Tuner kann ebenfalls im Inneren umgesteckt werden. Damit wird auch der Anschluss des IC-7000 für das Steuerkabel des Antennentuners von aussen zugänglich.

UKW-Antenne

Der Anschluss des IC-7000 für die UKW-Antenne ist mit einem Stück Aircell 7 Kabel zur Frontplatte geführt. Am Kabelende ist eine N-Kabelbuchse (Kupplung) montiert, weil keine Einbaubuchse erhältlich war. Diese Kupplung ist so oft mit Gaffer-Tape umwickelt, bis sie in eine Rohrschelle passt, mit der sie im Alu-Rahmen angeschraubt ist. Durch ein Loch in der Frontplatte schaut die Kupplung vorne raus.

Der Akku und seine Befestigung

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Der Akku - ein Vision LiFePo mit 25 Ah - steht unten im Koffer auf zwei Alu-L-Profilen und ist mit einem Alu-Bügel angeschraubt.

Die Kanten des Akkus sind mit Alu Winkelprofilen vor Beschädigung geschützt. Damit die Winkelprofile nicht von ihrem Platz wegrutschen können sind sie mit Klebeband fixiert.

Die elektrische Verbindung erfolgt mit PowerPole 30A-Steckverbindern. Der Akku hat ein kurzes Anschlusskabel mit einer 25 A KFZ-Sicherung und einem PowerPole Stecker.

Von diesem gehen zwei Kabel mit PowerPole Steckern nach draussen an die Frontplatte. Ein Kabel mit einem weiteren PowerPole Stecker geht wieder in das Innere des Koffers zum Funkgerät und zum Schalter des Ventilators.

Verbindet man die beiden PowerPole Stecker, ist die Stromversorgung des Funkgerätes für den Betrieb hergestellt.

An den zweiten PowerPole Stecker zum Akku kann gleichzeitig ein Netz- oder Ladegerät angeschlossen werden. Der Akku arbeitet dann als Puffer, falls der Strom ausfällt.

Verwenden Sie zum Laden eines LiFePo-Akkus NIEMALS ein (mikroprozessorgesteuertes) Schnelllade- oder Akku-Regeneriergerät, welches für Autobatterien (Bleiakkus) vorgesehen ist!

Dieser Akku kann mit max. 1C, also 25 A, geladen werden, mit Spannungsbegrenzung auf 14,6 V. Das geht dann innerhalb einer Stunde. Steht weniger Ladestrom zur Verfügung, dauert es entsprechend länger. Unbedingt wichtig ist nur die Spannungsbegrenzung auf max. 14,6 V. Jeglicher Schnickschnack irgendwelcher Hi-Tech Spezial-, Schnelllade- oder Akku-Regeneriergeräte ist unnötig und kann den Akku sogar zerstören.

Trennt man die beiden PowerPole Stecker, so ist beim Transport oder sonstigen Nichtgebrauch des Funkkoffers der Akku vollständig getrennt und das Funkgerät stromlos (Vermeidung von "Selbsteinschaltung").

Über den PowerPole Stecker zum Funkgerät kann dieses - ohne Akku - aus einem Netzgerät versorgt werden.

Anschluss für die Morsetaste und Tuning-Taste

Unter dem PACTOR-Controller ist eine 6,3 mm Stereo Klinkenbuchse angebracht. Sie dient zum bequemen Anschluss einer Morsetaste oder eines Paddles.

Das Kabel führt zu einem 6,3 mm Stereo Klinkenstecker, der hinten in der Morsetastenbuchse des IC-7000 steckt und so wird der Anschluss zugänglich ohne dass man an schwer zugänglicher Stelle herumwerken muss.

Der kleine rote Taster ist parallelgeschaltet, damit man auch ohne Morsetaste einen Träger zum manuellen Abstimmen der Antenne senden kann.

Anschlüsse des PACTOR-Controllers für USB und NMEA-Positionsdaten

Neben dem Morsetasten Anschluss ist die USB-Buchse des Controllers an die Frontplatte geführt. Hier kann der PC oder Laptop über Kabel angeschlossen werden, falls die Bluetooth Verbindung aus irgend einem Grund nicht klappt.

Der serielle Eingang des PACTOR-Controllers für NMEA-Positionsdaten ist an einen DB9-Stecker an der Frontplatte geführt. Hier kann ein GPS-Empfänger mit seriellem Datenausgang angeschlossen werden. Damit können automatisch Positionsdaten versendet werden.

Bedienteil, Lautsprecher und Mikrofon

Das Bedienteil des IC-7000 ist abnehmbar. Mit einem Spezialkabel (Zubehör von ICOM) kann man das Bedienteil auch vom Gerät entfernt montieren. Diese Möglichkeit bleibt bei diesem Funkkoffer erhalten, weil der IC-7000 vorne weit genug herausschaut.

Der eingebaute Lautsprecher des IC-7000 ist wegen dem Einbau des Gerätes im Koffer nicht verwendbar, weil man so nichts versteht.

Deshalb habe ich einen externen Lautsprecher Diamond P610 in der Frontplatte eingebaut. Dieser Lautsprecher hat einen hervorragenden, durchdringenden Sound, so dass die andere Station besonders bei starkem QRM, Nebengeräuschen und Umgebungslärm gut verständlich ist.

Der Montagebügel für die Befestigung im Auto wird abmontiert. Das Lautsprechergehäuse wird aufgeschraubt, die beiden Teile in einen passend hergestellten Ausschnitt der Frontplatte eingesetzt und die Gehäusehälften wieder zusammengeschraubt. Am Magnet des Lautsprechers muss man eine Zwischenlage von ca 2 mm Dicke anbringen. Dazu habe ich ein zusammengerolltes Stück Papiertaschentuch mit Leukoplast am Magneten angeklebt. Weil der Lautsprecher genau in das Gehäuse eingepasst ist, würde er sonst wackeln und hätte keinen Halt mehr. Die beiden Gehäusehälften sind jetzt 1,5 mm weiter auseinander wegen der Montage in der Frontplatte.

Der Magnet des Montagebügels ist mit doppelseitigem Klebeband am Bügel angeklebt und lässt sich mit etwas Vorsicht ablösen ohne dabei kaputt zu gehen. So kann man ihn für Bastelzwecke weiter verwenden.

Auch eine 6,3 mm Kopfhörerbuchse ist vorhanden und der Lautsprecher kann mit einem Schalter abgeschaltet werden. Praktisch bei starkem Umgebungslärm oder um selbst beim Funken niemanden zu stören.

Als Mikrofonhalterung verwende ich einen Klebehaken an der Frontplatte (aus dem Haushaltswarenhandel). Übliche Mikrofonhalterungen passen nicht zum Original-Mikrofon des IC-7000.

Kühlung

Im Koffer ist ein Ventilator eingebaut, damit für Luftaustausch gesorgt ist und die Geräte im Koffer nicht überhitzen. Dieser kann mit einem Schalter an der Frontplatte bei Bedarf eingeschaltet werden. Die Ausblasöffnung ist mit Lochblech abgedeckt, damit keine Gegenstände hineinfallen können.